BezirksPlatz
* Home
* Katalog
* Plätze
* News & Notiz
* Kalender
User
* Adressen
* Flohmarkt
* Info
* Anmeldung

* Mitglieder-Login:
UserName: 
Kennwort:  

Kennwort vergessen?
Neu Anmeldung

 * Newsletter 
E-Mail-Info
über aktuelle
Ereignisse,
Neues und
Wichtiges

KLICK HIER


* Veranstaltungen/Events


weiter...

BezirksPlatz



MySite MySite Kontakt-FormularKontakt Autor Artikel  Info Info Primus von Quack
AT-1010 Wien
Privat
E-Mail: Kontakt
[Plan]



Der Wireless-Super-GAU


Ganz links die Strahlung ohne Handy, in der Mitte bei einem eingehenden Anruf, rechts bei einem Handy-Telefonat.
W wie Wireless, dieses Wort steht für drahtloses Unheil. Von Wireless kriege ich nämlich Kopfweh.

Neben mir im Café sitzt ein Typ und verschickt gerade eine SMS. Unverschämterweise hält er das Handy dabei noch in meine Richtung. Die Strahlen schießen durch meinen Körper, attackieren Blutkörperchen, randalieren im Immunsystem. Aber der SMS-Mann ist nicht der einzige Ignorant, der mir an den Kragen will. In diesem Café gibt es offensichtlich ein WLAN und zwei Tische neben mir surft ein Mittdreißiger mit seinem Netbook durchs Internet. Immer wenn er auf einen Link klickt, versetzt es mir einen elektromagnetischen Stoß, begleitet von einem Zwitschern in meinen Ohren. Etwas Wichtiges kann es nicht sein, was er da gerade macht - seinem dümmlichen Grinsen nach zu schließen. Wahrscheinlich tippt er gerade einen dieser unsäglich banalen Kommentare auf Facebook.

Früher gab es Radio und Fernsehen. Heute gibt es Mobilfunk, WLAN, UMTS, LTE, DVB-T, und was weiß ich noch alles. Jede Frittenbude ist ein Hotspot und ganz Deutschland eine Mikrowelle. Wir sind mittendrin und werden gegrillt.

Magnetfelder zu Hause

Eigentlich wollte ich mich im Café von der Strahlenhölle in meinem Haus ein wenig erholen. Denn bei meinen Nachbarn hat der drahtlose Wahnsinn groteske Ausmaße angenommen. Die haben zwei DECT-Telefone, deren Strahlen mit 1.900 Megahertz durch meinen Schädel rasen. Die haben eine Wireless-Router, wahrscheinlich mit extrastarken Repeater. Die haben Handys, die immer an sind und die haben PCs und Notebooks, die immer online sind. Und das ganze Teufelszeug sendet und empfängt um die Wette. Seit letzter Woche haben die auch noch einen Drahtlos-Drucker. Das einzige Kabel, das die noch haben, ist der Waschmaschinen-Schlauch. Wenn sie könnten, würden sie die Waschmaschine auch noch drahtlos betreiben.

Rücksichtnahme gegenüber funksensiblen Mitbürgern, sowas kennt der moderne Elektrosmog-Trottel nicht.

Neuronale Kernschmelze

Das ist ja nicht nur ein Angriff auf meine körperliche Integrität, die Strahlen zersetzen die Immunzellen, reißen die Blut-Hirn-Schranke nieder und lösen in meinem Gehirn wahrscheinlich bald eine neuronale Kernschmelze aus.

Vielleicht sollte ich mir einen Anzug mit Silberfäden besorgen. Weiß gar nicht, ob es so etwas gibt. Aber wenn die Silberfäden dicht genug aneinander gewebt sind, dann schützen die vor jeder Art von Strahlung.

No photos, please

Aber das ist nicht der einzige Angriff auf Leib und Leben. Wenn ich durch die Stadt laufe, werde ich ständig fotografiert. Laufe ich über den Rathausplatz, dann sind da Dutzende manchmal Hunderte von Menschen, die Fotos oder Videos vom Rathaus machen. Und ich bin drauf, ob ich will oder nicht. Komischerweise sind die meisten von denen Japaner. Dabei wollte ich das Klischee vom fotografierenden Japaner nie glauben.

Inzwischen bin ich wahrscheinlich schon auf hunderten, vielleicht tausenden von Fotos oder Videos abgelichtet. Irgendwo in Osaka oder Tokio deutet dann ein Mann auf ein Foto und sagt zu seiner Frau: "Guck mal, der Typ!" Und dann lachen mich beide aus. Man bräuchte so einen Helm, der für das menschliche Auge unsichtbare Lichtblitze verschickt, aber den Kopf für den CMOS-Sensor in der Kamera unsichtbar macht. Oder eine Botschaft ins Bild brennt: "No pictures, please!"

Aber ich will über Japaner nicht schimpfen. Zur Zeit müssen die einem richtig leid tun. Wegen dem Erdbeben und wegen Fukushima.

Radioaktive Notebooks

Aber eine Frage muss man schon stellen dürfen. Was ist eigentlich, wenn in Japan die Produktion von Notebooks, Smartphones, und was die sonst alles noch an Computertechnik produzieren, wieder anläuft. Dort ist doch jetzt alles radioaktiv. Und wenn die dann ihre verseuchten Notebooks, Smartphones und Drucker und was noch alles auf Schiffe packen und nach Deutschland exportieren. Kommen vielleicht lauter Cäsium-verseuchte Geräte an? Ich sollte mir einen Geigerzähler besorgen. Aber vielleicht braucht man den ja gar nicht mehr. Denn bei soviel Radioaktivität leuchtet die Tastatur in der Dunkelheit wie von selbst und ganz ohne Strom. Das ist kein Bug, das ist ein Feature. So viele Jod-Tabletten kann man gar nicht futtern wie die strahlen.

Die ultimative Strahlenhölle

Dann ist er endgültig da, der Wireless-Super-GAU. Radioaktivität, WLAN, UMTS, LTE, Mobilfunk, DVB-T, digitaler Polizeifunk, Braunschweiger Zeitsignal und FM-Radio. Alles zusammen und gleichzeitig. Alles strahlt, pulsiert, wabert und elektromagnetisiert vor sich hin. Das Ende der Welt kündigt sich dann mit einem mächtigen tiefen Summen an. Wie ein riesiger Ringkern-Magnet unter 100.000 Volt. Dann gibt es eine hübsche kleine elektrische IT-Verpuffung. Ich kann es kaum abwarten, das Ende der Wireless-Welt...

Autor: M.Toprak



[PrimusQuack, 29.04.2011]


 


© BezirksPlatz 2008