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Vom Gehirn zu Computermodellen

In den Neurowissenschaften fallen ungeheure Datenmengen an, die nur mit Hilfe computergestützter Methoden analysiert werden können. Internationale „Knotenpunkte“ sollen hier den Datenaustausch erleichtern. Der deutsche „G-Node“ ist an der LMU angesiedelt und wird am 17. Juni 2010 eröffnet.

Die Neurowissenschaften haben sich wohl als neue Leitwissenschaft etabliert und sind dabei ein Schmelztiegel für so diverse Fachbereiche wie Medizin, Biologie, Chemie und Physik. Auch die Informatik ist mittlerweile für die Erforschung des Gehirns und seiner Funktionen unentbehrlich: Wenn dieses hochkomplexe Organ untersucht wird, fallen ungeheure Datenmengen an, die mit Hilfe computergestützter Methoden analysiert werden müssen. Die entsprechenden Techniken und Modelle werden in den Fachbereichen Neuroinformatik und „Computational Neuroscience“ entwickelt. In verschiedenen nationalen Knotenpunkten werden dazu nun im Rahmen der „International Neuroinformatics Coordinating Facility“ (INCF) Daten organisiert, technisches Know-how geschaffen und dann international verknüpft. Der deutsche Knotenpunkt „G-Node“ ist an der LMU München angesiedelt und wird am 17 Juni 2010 mit dem wissenschaftlichen Symposium „Linking Brain Research from Physiology to Models“ und Vorträgen hochkarätiger Forscher aus dem Bereich feierlich eröffnet (http://www.g-node.org/symposium2010).

„Die Neuroinformatik ist ein noch junges Forschungsgebiet“, sagt Dr. Thomas Wachtler, der wissenschaftliche Direktor von „G-Node“ und Organisator des Eröffnungssymposiums. „In diesem Bereich kommen theoretische und experimentelle Methoden zusammen, um die Funktion des Gehirns besser zu verstehen.“ Die „International Neuroinformatics Coordination Facility“ (INCF) wurde 2005 vom „Global Science Forum“ der OECD initiiert, um mit Unterstützung der Wissenschaftsministerien der beteiligten Länder die Neuroinformatik und „Computational Neuroscience“ international voranzutreiben. Dazu gehört, den Austausch von Daten zu vermitteln, Analysemethoden frei zugänglich zu machen und zu vereinheitlichen, damit Experimente in verschiedenen Forschungsgruppen verglichen werden können.

In 15 nationalen Knotenpunkten werden dazu nun Daten organisiert, technisches Know-how geschaffen und dann international verknüpft werden. Der deutsche Knotenpunkt „G-Node“ ist an der LMU München angesiedelt und integraler Bestandteil des „Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience“, das vom vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 150 Millionen Euro gefördert wird. Koordinator von „G-Node“ ist Professor Andreas Herz, der zusammen mit dem Bochumer Professor Klaus-Peter Hofmann mit „Neuroinf“, dem Vorläuferprojekt des G-Node, Software zum wissenschaftlichen Datenaustausch entwickelte – und damit Deutschland zu einem Vorreiter in diesem Bereich machte.

Links:
http://www.g-node.de/



[Wechsler, 20.06.2010]


 


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