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Beschleunigte 3D-Grafik erobert Web


OpenGL ES könnte schnelle 3D-Grafik ins Web bringen (Foto: Khronos Group)
Das Industriekonsortium Khronos Grouphat im Rahmen der laufenden Game Developers Conference (GDC) eine Initiative angekündigt, um einen offenen und lizenzgebührfreien Standard für beschleunigte 3D-Grafik im Web zu entwickeln.

Das Bestreben nach einem dreidimensionaleren Web wird im Rahmen der Arbeitsgruppe "Accelerated 3D on Web" voraussichtlich unter Mozilla-Leitung vorangetrieben. Ein Kandidat für die Umsetzung ist eine Verbindung der existierenden Programmierschnittstelle (API) für 3D-Grafik OpenGL ES mit JavaScript. Auch Google wird sich an der Initiative beteiligen und innerhalb von zwölf Monaten soll es zur Erstveröffentlichung eines Standards kommen.

Die Arbeitsgruppe wird auf Anregung von Mozilla ins Leben gerufen, das wohl auch den Vorsitz übernehmen wird. Von Mozillas Grafik-Teamleiter Vladimir Vukicevic stammt "Canvas 3D", eine im November 2007 erstveröffentlichte experimentelle Firefox-Erweiterung, die zum konzeptuellen Vorbild des neuen Standards werden könnte. Denn Canvas 3D schlägt mittels Canvas-Element aus HTML 5 eine Brücke zwischen der 3D-Grafik-API OpenGL ES und der Skriptsprache JavaScript, mit der Browser-Anwendungen gestaltet werden können. Eine derartige Verbindung sei laut Khronos Group auch deshalb vielversprechend, da viele Entwickler mit OpenGL ES für eingebettete Systeme und Smartphones oder dem umfassenderen OpenGL für Desktops bereits vertraut sind. OpenGL wurde auf der GDC von der Khronos Group in Version 3.1 vorgestellt, die der ES-Variante ähnlicher ist als ihr Vorgänger. Allerdings will man sich auf dem Weg zum Standard auch mit verschiedenen anderen Ansätzen befassen.

Begeisterung für die Idee gibt es auch seitens Google. "Da sich immer mehr Content ins Web bewegt und JavaScript täglich schneller wird, ist jetzt die Zeit, eine offene Allzweck-API für beschleunigte 3D-Grafik im Web zu schaffen", sagt Matt Papakipos, Google Engineering Director. Google freue sich darauf, die eigene Expertise in Sachen Grafik und Web in die Diskussion zum neuen Standard einzubringen. "Wir heißen jedes interessierte Unternehmen herzlich willkommen, Khronos beizutreten und sich in dieser Initiative zu engagieren", betont wiederum Neil Trevett, Präsident der Khronos Group. Diese Einladung dürfte sich nicht zuletzt an Microsoft richten. Die Redmonder sind aktuell kein Mitglied der Khronos Group und haben mit Direct3D einen proprietären OpenGL-Konkurrenten in ihrem Portfolio. Außerdem gilt Microsoft trotz großer Fortschritte beim Internet Explorer 8 eher als Bremser bei modernen Webstandards. Ob ein noch so guter offener Standard für beschleunigte 3D-Grafik im Web sich in der Praxis durchsetzen könnte, sollte ausgerechnet der Platzhirsch auf dem Browsermarkt den Standard nicht unterstützen, erscheint fraglich.

Links:

http://www.khronos.org



[utawa, 27.03.2009]


 


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