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Japan: Konsumenten entwerfen Lebensmittel selbst


In Japan gestalten Konsumenten Lebensmittel nach ihren Wünschen (Foto: Michaela Trummer)
Am Lebensmittelmarkt in Japan zeichnet sich derzeit ein Trend ab, der das Phänomen des sogenannten "Crowdsourcing" in einer völlig neuen Dimension Wirklichkeit werden lässt.

Wie das US-Branchenmagazin Advertising Age berichtet, geht nämlich eine zunehmende Zahl der entsprechenden Unternehmen im Internet auf Ideensuche für neue Produkte, Werbeslogans und -lables. Die Konzerne setzen in diesem Zusammenhang vor allem auf soziale Web-Communitys, die sich zum kommunikativen Austausch verschiedener Ideen und Vorschläge besonders gut eignen und über eine in der Regel sehr große Mitgliederzahl verfügen. Jüngstes Beispiel für diese verfolgte Strategie ist eine Kooperation zwischen dem japanischen Getränkehersteller Calpis http://www.calpis.net und dem in Japan äußerst populären Social Network Mixi. Im Rahmen der Partnerschaft wurden Nutzer der Netz-Community dazu aufgefordert, ihre persönlichen Vorschläge für Geschmacksrichtung, Verpackungsdesign und Werbegestaltung für eine neue Fruchtdrink-Reihe des Lebensmittelkonzerns abzugeben. Resultat der Aktion ist ein Fruchtsaftgetränk, das sich aus einem Mix der Geschmäcker Apfel, Birne, Mandarine und Banane zusammensetzt.

"Unter dem Begriff 'Crowdsourcing' kann ein Ansatz verstanden werden, bei dem das gesammelte Wissen der Masse im Internet für die Lösung konkreter unternehmerischer Aufgaben und Probleme eingesetzt wird", erklärt Markus Hübner, Webexperte und Geschäftsführer der Brand Management Agentur Brandflow. Vom Prinzip her sei der Ansatz eigentlich nicht ganz neu. "Vor allem kleinere Familienbetriebe nutzen schon seit langem diese Möglichkeit, um Produkte gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln zu können", schildert Hübner. Im heutigen Web-2.0-Zeitalter habe die Crowdsourcing-Strategie aber noch einmal deutlich an Bedeutung gewonnen. "Im digitalen Zeitalter lässt sich das kollektive Wissen bedeutend schneller abfragen. Die Mehrheit der Unternehmen realisiert das unglaubliche Potenzial, das in dieser Hinsicht in den Web-Communitys steckt, allerdings erst jetzt", merkt Hübner an.

Den aktuellen Trend in Japan hält der Brandflow-Geschäftsführer für richtungweisend: "Das ist sicher eines der weltweit gesehen seltenen Projekte, wo man sieht, dass Crowdsourcing nicht nur in Teilbereichen funktioniert, sondern im gesamten Produktionsprozess." Die Unternehmen hierzulande hätten in dieser Hinsicht noch einiges an Aufholbedarf. "Viele müssen erst erkennen, welche Vorteile ein derartiger Ansatz in punkto Risiko- und Kostenminimierung mit sich bringt", so Hübner. Wenn ein Getränkehersteller etwa die Konsumenten von Anfang an aktiv am Produktionsprozess teilhaben lässt, schaffe das nicht nur zusätzliche Sympathien, sondern reduziere auch die Gefahr, dass das neue Produkt am Markt keinen Anklang findet. "Bis ein Produkt schlussendlich in den Regalen landet, entstehen in der Regel Kosten in Millionenhöhe. Durch Crowdsourcing haben die Unternehmen eine Möglichkeit, diese Kosten und das Risiko eines Produktflops wesentlich einzuschränken", ergänzt Hübner.

Zudem habe dieser Ansatz noch einige positive Nebeneffekte. "Eine entsprechende Aktion, die in einem Social Network gestartet wird, bringt den Unternehmen ganz nebenbei einen ungeheuren Werbeeffekt ein. Zusätzlich findet durch den kommunikativen Austausch in den Netzwerken ein gewisser Selbstbereinigungsprozess statt, bei dem die schlechteren Ideen aussortiert werden und nur die besten übrig bleiben", erläutert Hübner. Damit das zielführend funktionieren kann, müssten die Unternehmen sich aber bereits im Vorfeld ein klares Konzept überlegen. "Wichtige Fragen hierbei betreffen vor allem die Zielgruppen, die man ansprechen möchte, oder die in Aussicht gestellten Belohnungen für das Einbringen der eigenen Ideen für die Konsumenten", so Hüber abschließend.



[Nacht, 29.11.2008]


 


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